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Festliches Abschlusskonzert

Den festlichen Abschluss bildet am 14. Oktober das Abschlusskonzert im Dom zu Magdeburg, bei dem die deutsche Erstaufführung des großes chorsinfonischen Werkes "Missa in dedicatione ecclesiae, op. 35" oder besser bekannt als "Szegeder Messe" von Ernst von Dohnanyi unter Mitwirkung mehrerer Chöre zur Aufführung gelangen wird.

Historie

Ein katastrophales Hochwasser im Jahr 1879 zerstörte die Stadt Szeged/Ungarn zu 95%. Von den rund 6000 Häusern blieben nur 300 von der Überschwemmung verschont. Die Stadt wurde mit internationaler Hilfe wieder aufgebaut, wobei praktisch alles neu geplant und angelegt wurde. Dadurch erklärt sich die Struktur der Straßen der Stadt mit Ringen und strahlenförmigen Wegen. Die Ringstraßen tragen heute die Namen der Städte, die beim Wiederaufbau geholfen haben. Mit seinem einheitlichen, eklektizistischen Stadtbild, den Palästen der Innenstadt sowie den großzügigen Parks und Plätzen erhielt Szeged den Charakter einer modernen europäischen Stadt.

Nach dem Hochwasser legten die Bürger von Szeged ein Gelübde ab: Sollte ihre Stadt wieder aufgebaut werden, so wollten sie ein großes Gotteshaus errichten. 1880, ein Jahr nach dem zerstörerischen Hochwasser, wurde der Bau beschlossen. Der Grundstein wurde 1914 gelegt; vollendet wurde der Dom im Jahre 1930. Er ist die viertgrößte Kirche in Ungarn und die einzige Kathedrale, die in Ungarn im 20. Jahrhundert errichtet wurde.

Für die feierliche Einweihung des Doms wurde auf Initiative des Kultusministers, des Grafen Kuno Knebelsberg, im Jahr 1928 die Komposition einer Messe ausgeschrieben. Der weltberühmte Klaviervirtuose, Dirigent und Komponist Ernst Dohnanyi (1877-1960) hat nach freundlichem Ansporn durch Peter Kiraly-König diese "sakrale Programmusik" komponiert und ist dann aus einer zweiten Runde als eindeutiger Sieger hervorgegangen, nachdem die erste Runde dieser Ausschreibung erfolglos verlaufen war. Die Entscheidung der Jury für das Werk von Dohnanyis als Sieger war einstimmig und so wurde das Werk am 25. Oktober 1930 unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt.

Ernst von Dohnányi

(Quelle: Wikipedia) Ernst von Dohnányi, *27. Juli 1877 in Pressburg; † 9. Februar 1960 in New York, war ein ungarischer Pianist und Komponist. Dohnányi entstammte einer musikalischen Familie und erhielt den ersten Musikunterricht von seinem Vater, einem Mathematiklehrer und Amateurcellisten. Er trat schon früh als Komponist und Pianist hevor. Seine weitere Ausbildung erhielt er an der Franz-Liszt-Musikakademie Budapest, wo er Klavier und Komposition bei dem Organisten der Kathedrale von Bratislava Carl Forstner studierte. 1894 wurde er in die Klavierklasse von István Thomán sowie die Kompositionsklasse Hans von Koesslers aufgenommen, die gleichzeitig auch Béla Bartók besuchte. Ebenfalls 1895 machte Dohnányi Bekanntschaft mit Johannes Brahms, der sein Klavierquintett c-moll op. 1 überschwänglich lobte. 1897 beendete er seine Studien in Budapest und gab nach kurzen weiteren Unterweisungen durch Eugène d'Albert sein Debüt in Berlin. In den folgenden Jahren feierte er sowohl als Komponist als auch als Pianist internationale Erfolge. Seit 1905 lehrte er an der Berliner Hochschule für Musik, wo er 1908 zum Professor ernannt wurde.

1915 kehrte er auf Grund des Ersten Weltkrieges nach Ungarn zurück, wo er ab 1916 an der Budapester Franz-Liszt-Musikakademie lehrte. 1918 wurde er Chefdirigent und Präsident der Philharmonischen Gesellschaft des Philharmonischen Orchesters Budapest, was er bis 1944 blieb. 1919 musste er auf Druck des Horthy-Regimes sein Lehramt niederlegen. In den 1920er Jahren knüpfte er auf vielen Konzertreisen Verbindungen zu den USA. 1928 konnte er seine Lehrtätigkeit an der Musikakademie Budapest wieder aufnehmen, sechs Jahre später wurde er zu ihrem Direktor ernannt, einem Amt, das er schon 1918/1919 ausgeübt hatte.

Er brach auch nach Hitlers Machtergreifung seine Beziehungen zu Deutschland und Österreich nicht ab. Trotzdem musste Dohnányi auf nationalsozialistischen Druck hin 1941 das Amt des Direktors der Budapester Musikakademie niederlegen. Seine Beziehung zum Nationalsozialismus blieb ambivalent: einerseits sorgte er dafür, dass die jüdischen Mitglieder der Philharmonie bis 1944 (d.h. bis zur Auflösung des Orchesters) gehalten werden durften, andererseits setzte er sich kurz vor der Besetzung Ungarns durch sowjetische Truppen in das noch zum nationalsozialistischen Deutschen Reich gehörende Österreich ab. Obwohl diese Entscheidung wahrscheinlich nicht politisch zu verstehen war, hat man sie ihm in Ungarn bis in die 1970er Jahre nicht verziehen - 1945 wurde er sogar zum Kriegsverbrecher erklärt.

Nachdem er 1948 nach Argentinien gezogen war, ging er ein Jahr später in die USA, wo er als Professor an der Florida State University in Tallahassee wirkte. Ab 1953 begann er wieder zu konzertieren und blieb bis zu seinem Tode aktiv.

Die Szegeder Messe

Die Szegeder Messe ist genau wie der Szegeder Dom. Erhaben und fesselnd, in alter bewährter Form eine Symbiose findend zur pompösen Farbmalerei, die diese Jahrhundertwende charakterisiert, eklektisch - genauso wie das ganze Lebenswerks Dohnanyis. Es ist möglich, dass dieses Adjektiv oftmals als negative Kritik bezeichnet wird. Diese eigenartige, "künstlerische" Vision sollte aber eher als eine Synthese betrachtet werden, wegen der vielen Stile, auf denen das Werk aufbaut. Dies vor allem, wenn diese mit einem solchen Geschmack gepflegt werden wie bei Dohnanyi, dessen Werke in der Ära der kommunistischen Diktatur in die Vergessenheit verbannt wurden, nun aber mehr und mehr neue Entdeckung erleben und ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.

Die Messe hat eine Dauer von 50 Minuten und erfordert eine große Zahl Aufführender: vier Gesangssolisten, Sinfonieorchester, Orgel und einen achtstimmigen Doppelchor, dessen feste Teile sind: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei; diese wechseln sich ab mit der Orgelbegleitung im Introitus, Graduale, Halleluja, Offertorium, Communio.